Gesundheits- und Krankheitsverständnis

Ausgehend vom humanistischen Menschenbild betrachtet IBP die Phänomene Gesundheit und Krankheit mit unterschiedlichen, sich ergänzenden Modellen. Gemeinsam ist ihnen der integrative ganzheitliche Ansatz.

  • Das Beziehungsmodell.
    Beziehung ist der Schlüsselbegriff in der Theorie und Praxis von IBP. Menschen sind lebende Systeme. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie aus unzähligen Subsystemen aufgebaut sind. Diese müssen miteinander kommunizieren, also in Beziehung stehen, damit der Organismus als Ganzes lebensfähig ist und bleibt. Zudem steht der einzelne Mensch mit unzähligen übergeordneten Systemen biologischer und sozialer Art in Verbindung, die für sein gesundes Funktionieren nötig sind. Gesundheit und Krankheit lassen sich damit als Ausdruck von «In-Beziehung-Stehen», von Verbundenheit verstehen: Gesundheit als intaktes Beziehungsgefüge, Störung/Krankheit als gestörtes Beziehungsgefüge.
  • Integration als grundlegendes Konzept.
    Das Wort Integration kommt vom Lateinischen «integer» und bedeutet «unverletzt» oder «heil», womit es einen für die Heilkunst zentralen Aspekt beschreibt. Integration ist ein Begriff, der sich wie ein roter Faden durch den gesamten Ansatz von IBP zieht. IBP versteht Therapie als Prozess zur Integration der körperlichen, emotionalen, kognitiven, sozialen und spirituellen Erfahrungsebenen des Menschen. Je nach angesprochener Ebene meint Integration: Lösung von Blockaden, Entspannung, in Fluss bringen, Herstellen von Verbindung, Beziehung, Vernetzung, Annäherung an Ganzheit, Bewusstwerdung, Wiederaneignung, Komplettierung, Steigerung von Kongruenz und Kohärenz, Reorganisation.

  • Gesundheit und Krankheit betreffen immer die Körper-Geist-Einheit insgesamt, und das in ständiger Wechselwirkung mit dem sozialen und kulturellen Umfeld.
    Das bedeutet, dass IBP Gesundheit und Krankheit aus einer bio-psycho-sozialen Mehrebenenperspektive betrachtet. IBP fragt «Was löst Krankheit aus (Ätiologie) und wie entwickelt sie sich (Pathogenese)?» wie auch «Was bewirkt Gesundung und erhält Gesundheit (Salutogenese)?» Dabei werden Krankheit und Gesundheit als zwei Pole auf einem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum verstanden (Antonovsky, 1987/97). Anhaltspunkte für Krankheit sieht IBP im Bestehen von Symptomen, Leiden, Selbst- oder Fremdschädigung, Einschränkung der zwischenmenschlichen Beziehungsfähigkeit oder der Lebensgestaltung. Gesundheit im Sinne der IBP bedeutet in einem Grundgefühl von Wohlbefinden, Lebendigkeit und Sinnhaftigkeit zu leben, über intakte Beziehungen zum Selbst, zu anderen und zur Umwelt zu verfügen und Qualitäten zu besitzen wie Autonomie, Authentizität, Stressbewältigungskapazität, Frustrationstoleranz, Anpassungsfähigkeit, Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit, Fähigkeit zu Liebe und Sexualität, Übernahme von Verantwortung, Hilfsbereitschaft ohne Selbstaufgabe, Leistungsfähigkeit und Kreativität.
  • Zu den für die Gesundheitsförderung wichtigen Faktoren gehören die Ressourcen eines Patienten.
    Die Ressourcen eines Patienten werden im Therapie- oder Coachingprozess systematisch erfasst und gezielt für die Therapie/das Coaching genutzt. Bei weitgehendem Fehlen von Ressourcen, zum Beispiel bei Persönlichkeitsstörungen, wird daran gearbeitet, neue Ressourcen aufzubauen.
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