Fortbildung Sexualtherapie und Sexualberatung

6 Fortbildungsblöcke, verteilt auf eineinhalb Jahre, für PsychotherapeutInnen und BeraterInnen, die in Einzel- und Paarsitzungen mit sexuellen Thematiken körperorientiert arbeiten wollen und ihre Kompetenz für diese Arbeit erweitern und vertiefen wollen.

  • Inhalte und Lernziele
    Sexualität und sexuelle Liebe gehören zu den zentralen menschlichen Themen im ganzen Lebensverlauf. Viele Menschen suchen Hilfe. Diese psychotherapeutische oder beratende Hilfe soll professionell, klar und direkt erfolgen, damit der Hilfe- und Rat-Suchende ausreichend Unterstützung erhält. Professionelle Helfer stossen hier jedoch oft an Grenzen, weil sie in ihrer Ausbildung das Thema Sexualität und den Umgang damit nicht genügend ausführlich behandelt haben. Die Teilnehmenden lernen auf der Grundlage von Sexual Grounding Therapy® und anderen Ansätzen Einzelne und Paare zu behandeln und in der Reifung und Entfaltung ihrer sexuellen Liebesfähigkeit kompetent zu begleiten. Sexual Grounding®, von Willem Poppeliers entwickelt, ist ein innovativer Ansatz einer systemischen, tiefenpsychologischen und körperorientierten Sexualtherapie. Wir verstehen Sexualität so, dass sie nicht nur zwei Liebende sondern auch Generationen verbindet, weil sie die Möglichkeit der Fruchtbarkeit in sich trägt. Sie ist zentral für das Individuum, das Paar und das Familiensystem. Neben dem Gesamtüberblick über die sexuellen Phasen des Lebens werden wir in dieser Fortbildung vor allem auf die Reifestufen der Kindheit, Pubertät bis in die Lebensmitte fokussieren.

    Die Lernziele im Einzelnen:
    1. Mehr Sicherheit und Natürlichkeit im Umgang mit sexuellen Themen im beraterischen oder therapeutischen Setting gewinnen.
    2. Integration der genitalen Körperwahrnehmung in Beratung und Therapie.
    3. Sicherheit in der sexuellen Spiegelung des Kindes und Jugendlichen (auch im Klienten) im Sinne von Reparenting.
    4. Förderung einer erwachsenen, selbstregulierten, differenzierten Haltung im Therapeuten und Klienten.
    5. Kenntnis von ressourcen-orientierten Interventionen.
    6. Fähigkeit, verschiedene vermittelte Interventionsmöglichkeiten in der Praxis einzusetzen.
    7. Bewusstsein für häufige Übertragungsphänomene in der Arbeit mit Sexualität und Beziehungen sowie Kenntnis des professionellen Umgangs damit.
    8. Verfügen über theoretische Konzepte für die Anwendung in der beruflichen Tätigkeit.
    9. Kenntnis über beziehungs- und präsenzorientierte Sexualität.
    10. Fähigkeit, das Familiensystem als Ressource für erfüllende Sexualität und Beziehungen einzusetzen.
    11. Sexualität im Zusammenhang mit der Kinderfrage sehen können.
    12. Kenntnis über Berufsethik und deren konkrete Umsetzung in der Arbeit mit Sexualität.
  • Leitung
    1. Robert Fischer, Dr. med., Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Lehrtherapeut und Supervisor IBP, Sexual Grounding® Trainer
    2. Notburga Fischer, Sexualtherapeutin (Sexual Grounding® Trainerin), Lehrcoach/Supervisorin IBP.
  • Zielgruppe
    Die Fortbildung wendet sich an PsychotherapeutInnen und BeraterInnen, welche in ihrer Arbeit mit dem Thema Sexualität und sexueller Beziehungsfähigkeit konfrontiert sind oder sich darauf vorbereiten wollen, mit diesen Themen fundiert, professionell und mit Einbezug des Körpererlebens zu arbeiten.
  • Zulassung
    Bedingungen für die Zulassung sind:
    1. Abgeschlossene oder fortgeschrittene Ausbildung in psychologischer Beratung/Coaching oder Psychotherapie, oder gleichwertige Ausbildung.
    2. Interesse für körperorientierte, professionelle Arbeit mit Sexualität und Absicht, diese in die eigene Arbeit einzubauen.
    3. Vollständig ausgefüllter und eingesandter Zulassungsfragebogen
    4. Bei offenen Fragen ein Zulassungsgespräch.

      Der Zulassungsentscheid wird durch die Ausbildungsleitung gefällt.
  • Aufbau und Ablauf
    Die Fortbildung umfasst 6 dreitägige Seminare.
    Der Stoff wird vermittelt über Selbsterfahrung, Theorieinput, Demonstrationen (Lernen am Modell), Üben im Seminarrahmen (Erfahrungslernen), Integration in eigene Praxisarbeit und Reflexion der praktischen Erfahrungen im Fortbildungsrahmen. Für die Integration des Stoffes werden selbst organisierte Peer-Treffen zwischen den Seminarblöcken empfohlen.

    In Absprache mit der Fortbildungsleitung kann die Fortbildung in zwei Teilen à je 3 Blöcke absolviert werden. Es wird jedoch sehr empfohlen, diese als Ganzes zu absolvieren.
  • Abschluss der Fortbildung und Anerkennung
    Zertifikat „Fortbildung Sexualtherapie und Sexualberatung“.

    Die Fortbildung ist von der SGPP (Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie) anerkannt. Pro Seminarblock werden 20 Credits bescheinigt.